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Rubrik - Sportmedizin und Training

 

Fragen Sie den Sportmediziner

Finisher concepts wünscht Ihnen natürlich von Herzen, dass die Saisonvorbereitung so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben!

Doch für den Fall dass dem nicht so ist, steht ab sofort finisher concepts Ihnen mit Rat (und Tat) zur Verfügung.

Zwickt die berühmte Achilles Sehne oder will der Schnupfen auch nach Tagen nicht weichen? Wollen Sie wissen, wie Sie möglichst schnell wieder Ihr Training aufnehmen können? Oder haben Sie allgemeine Fragen, warum und wie Ihr Körper auf Trainingsreize reagiert? Sind Sie neugierig darüber, was Ihr Herz eigentlich während einem Wettkampf zu leisten hat?

In der Rubrik rund um die spannende Welt der Sportmedizin beantworten wir Ihre Fragen! Rede und Antwort steht Ihnen der Sportmediziner Dr. Andreas Müssigbrodt, sowie der Arzt Philipp Gut.

WICHTIG!
Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt dieser Rubrik kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Nutzungsbedingungen

 
 

Frage:
(von Filipp aus Bozen/Italien)

Mein Kraftausdauertrainigsprogramm im Fitnessraum besteht derzeit aus drei Übungen pro Muskelgruppe zu jeweils drei Sets mit 10 bis 15 Wiederholungen / 2-3 Muskelgruppen pro tag mit dem darauf folgenden Tag Pause als Erholungsphase/Regenerierung. Möchte gerne etwas neues ausprobieren. Möchte täglich jede Muskelgruppe mit nur jeweils einer Übung zu drei oder vier Sets trainieren (Montag bis Freitag, Wochenende Ruhephase). also weniger Übungen pro Muskelgruppe, dafür aber jede Muskelgruppe täglich. macht das trainingstechnisch überhaupt sinn? Können die Muskeln genug regenerieren? könnten sie mir diesbezüglich vielleicht etwas Klarheit verschaffen? Vielen dank und liebe Grüsse.

Die Antwort von Dr. Andreas Müssigbrodt und Philipp Gut:

Ganz genau verstehen wir Deine Frage nicht. Wichtig ist v.a. was Du mit dem Krafttraining erreichen willst. Wenn Du Kraftausdauer trainieren willst als Ausdauerathlet, dann erscheint mir Dein vorgesehenes Programm nicht sinnvoll. Sinnvoll wäre ein Training an 2-3 Tagen pro Woche mit komplexen Bewegungen, die mehrere Muskelgruppen involvieren. Als Ausdauerathlet solltest Du auch besonders viel Wert auf die Rumpfmuskulatur legen (Stabi-training)

Dein bisheriges Training mit 10-15 Wdh und Konzentration auf Muskelgruppen erscheint mir eher hypertrophieorientiert. Wenn Muskelhypertrophie Deine Intention ist, dann hast Du bisher gut trainiert. Denn da macht man wenige Wiederholungen (7-12 Wdh) in 3-4 Sätzen pro Muskelgruppe. Meist lässt dann auch die Kraft nach (z.B: 12, 12, 10, 6 Wdh, z.B. beim Bankdrücken)

Dabei gibt es die unterschiedlichsten Konzepte. Wichtig scheint vor allem eine genügend lange Pause zwischen den Einheiten zu sein. Vor diesem Hintergrund würde ich aber auch von der Idee abraten jeden Tag Krafttraining zu betreiben. Die Form des Athleten entsteht durch das Training, aber genauso wichtig dafür ist auch eine ausreichende Pause. Und der Organismus wird jedes Mal belastet, auch wenn Du immer nur eine Muskelgruppe trainieren solltest. Solltest Du allerdings schon seit Jahren Krafttraining betreiben und schon sehr gut in Form sein, kannst Du Dein Konzept aber trotzdem mal ausprobieren. Solltest Du damit erfolgreich sein, berichte uns kurz davon. Wir lernen auch gerne dazu.

Mein Geheimtipp zum Krafttraining (Kraftausdauer und Hypertrophie) ist beim Bankdrücken die Repeat 20 Methode, d.h. Du machst eine Wdh mit ca. 95% Deines max Gewichtes (z.B. 80 kg, wenn Du 85 kg drücken kannst). Setze kurz ab, warte10 s (die Kreatininphosphatspeicher füllen sich, der Muskel wird wieder durchblutet), nächste Wdh mit 80 kg, absetzen usw. 20x. Dann bist Du fertig! Das ganze 1-2x/Woche. Gut für Hypertrophie sind auch Kniebeuge mit Gewichten.

Aber da lässt Du Dich am besten mal von einem Trainer im Fitnessstudio beraten. Die kennen sich mit Krafttraining zum Muskelwachstum auch besser aus als wir als Ausdauersportler. Außerdem muss tatsächlich darauf geachtet werden die Muskeln gleichmäßig zu trainieren um muskulären Dysbalancen vorzubeugen.

 
 

Frage:
(von Chris)

Habe bei meinem letzten Sprinttriathlon gleich zu Anfang des Laufes starke Seitenstiche bekommen. Erst rechts unter dem Rippenbogen, dann kurz drauf auch links. Die hielten sich hartnäckig die ersten 1,5 km und kamen kurz vor Ende noch einmal wieder. Woran liegt das? Hab ich auf dem Rad zu wenig oder zu viel getrunken (war nur 1/2 Flasche 0,7l)?? Während des Laufes hab ich wegen der Seitenstiche nix mehr getrunken. (beim Schwimmen hatte ich auch schon ein, zwei mal einen großen Schluck genommen :-( bähh!)
Eine Freundin ist gestern ihren ersten Tri gelaufen und hatte auf der Laufstrecke ebenfalls Probleme mit Seitenstichen...
Wäre schön, wenn Du uns einen Tipp geben könntest!

Die Antwort von Dr. Andreas Müssigbrodt:

Ursächlich ist am ehesten eine Sauerstoffunterversorgung des Zwerchfells. Eine falsche Atemtechnik oder eine zu schwache Bauchmuskulatur führen zur Verkrampfung des Zwerchfelles, die wir als Seitenstechen spüren. Weniger Trainierte leiden häufiger an Seitenstechen als gut trainierte. Seitenstechen tritt zudem mit zunehmendem Alter weniger häufig auf. Zur Vorbeugung würde ich empfehlen, frühestens ein bis zwei Stunden nach den Mahlzeiten zu trainieren und die Bauchmuskulatur zu stärken. Weniger Trainierte wie (Deinen Freundin?) sollten darauf achten, dass sie mit einer geringen Belastungsintensität beginnen und diese nur langsam steigern. So wird die Atemmuskulatur schonend an die Belastung gewöhnt und Seitenstiche werden vermieden. Mittlerweile gibt es auch Geräte als kleine Atemtrainer, mit denen du dein Zwerchfell trainieren kannst. Und wenn es trotzdem sticht? Dann Tempo rausnehmen und versuchen, tief und regelmässig in den Bauch zu atmen. Am besten du nimmst die Arme hoch und atmest dabei ein. Beim Ausatmen die Arme herunternehmen und der Oberkörper nach vorne beugen. Oder aber du drückst die Hand auf die schmerzende Stelle im Bauch. Es bringt manchmal auch Erleichterung, wenn du diesen Druck synchron zum Ausatmen löst.

 
 

Frage:
(von Klaus R. aus Hamburg)

Nach meinem letzten Marathonlauf hatte ich einen geplanten Besuch bei meinem Hausarzt. Der stellte einen erhöhten Blutwert fest, nämlich eine Erhöhung der Creatin-Kinase auf über 10 000 U/l. Mein Arzt erklärte mir, dass dieser Wert durch die enormen Belastungen einen Marathonlaufs und den damit anfallenden zerstörten Muskeleiweißen entstanden ist.

Allerdings habe ich jetzt gelesen, dass bei Patienten mit Werten der Creatin-Kinase von über 10 000 U/l schon zu Nierenversagen gekommen ist, da diese Abfallstoffe die Nierengefäße verstopfen.

Meine Frage: Besteht durch eine Belastung wie einen Marathonlauf die theoretische Gefahr ein Nierenversagen zu erleiden?

Die Antwort von Dr. Andreas Müssigbrodt:

Nein! Tatsächlich kann eine Rhabdomyolyse, also ein Zerfall von Muskelzellen, zu einem akuten Nierenversagen führen. Dies wurde allerdings noch nie bei Sportlern beschrieben, bei denen es aufgrund einer sportlichen Belastung zu diesen Werten gekommen war.

 
Dr. med. Andreas Müssigbrodt

Dr. med. Andreas Müssigbrodt (11.02.1975)

Dr. Andreas Müssigbrodt studierte Humanmedizin in Heidelberg, bevor es ihn zur Facharztausbildung nach Marburg, in die Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie zog und nun in Leipzig praktiziert. Nicht in Heidelberg zurückgelassen hat er seine Leidenschaft für den Ausdauersport.

Seit 1990 betreibt er auf hohem Niveau Radsport und Triathlon. In seiner Jugendzeit konnte er bei letzterem sogar den Deutschen Meistertitel der Jugend A gewinnen und er gehörte zwei Jahre der deutschen Triathlon Nationalmannschaft an.

Seine Spezialgebiete sind die Leistungsdiagnostik, sowie sportmedizinische Beratung und die Trainingssteuerung. Mittlerweile ist er A-Trainer der Deutschen Triathlon Union.

 
Philipp Gut

Philipp Gut (24.03.1980)

Philipp Gut studierte seit dem Jahr 2000 in Heidelberg Humanmedizin. Nach Studienaufenthalten in Spanien und Frankreich befindet er sich als Arzt in den USA.

Neben seiner Arbeit betreibt er weiterhin aktiv Triathlonsport für seinen Heimatverein SG Poseidon Eppelheim. Neben Medaillengewinnen bei Deutschen Juniorenmeisterschaften im Triathlon und Duathlon, startete er in der 1. Deutschen Triathlonliga für den AST Süßen.

Der Trainer und Mitbegründer von finisher concepts hat sich in der Triathlon Fachwelt durch zahlreiche Artikel rund um den Triathlonsport, sowie durch die bekannte Serie „Trainingstipps der Woche“, die die Leser des Triathlon Magazin durch die ganze Saison begleitete, einen Namen gemacht.

Von beiden Experten rund um den Ausdauersport und die Sportmedizin können Sie sich auch individuell betreuen lassen.

 

 

 

 

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