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Jupp der Eirenmän - Hero von nebenan

 

Mr Bombastic’s trip to Canada!!!
August 2009 - by Oliver Keck

Jupp der Eirenmän„Now, I am back!“ grölt…nein, nicht unser allseits geschätzter Arnie in Terminator 537, sondern unser Jupp. Zurück aus dem Urlaub und voller Tatendrang. Das Lotterleben mit Blick auf die ganzen Sahneschnitten an den weißen Stränden der Hellenen mag zwar ganz nett für den durchschnittlichen Teutonen sein, aber nicht für unseren König der Ausdauerfreaks.

Bereits am zweiten Tag nach seiner Ankunft im Hotel hat es Jupp schon gejuckt. Abends vor der Schlacht am Buffet – übrigens eine tägliche äußerst intensive Trainingseinheit mit Laktatspitzen um die 20 mmol – hat er gleich mal einen brachialen Strandlauf absolviert. Barfuss versteht sich. In Shorts ohne Shirt. Man muss ja den Mädels was bieten. Dass die lästigen Taxifahrer ihm permanent eine Mitfahrgelegenheit aufdrängen und ihn von der Sandpiste pflücken wollten, hat unser Hero mit eleganten Körperdrehungen ausgekontert. Diese Lauf-Action zog sich wie ein roter Faden durch seinen Urlaub. Hinzu noch ein wenig elegantes Gleiten durch die Meeresbrandung.

Lediglich sein Carbon-Edelgeschoss hat Jupp doch stark gefehlt, aber das holt er jetzt nach Rückkehr in die Heimat mehr als nach. Doch zuerst steht eine Grundreinigung an – denn immerhin wurde das gute Stück knapp zwei Wochen nicht mehr aus dem Keller gelassen – und dann kann es mit neuem Elan und gestählten Waden los gehen. Nach dem fünften erfolglosen Versuch, die ganzen Bauteile wieder zu einem fahrbaren Untersatz zusammenzuschrauben, packt er wutentbrannt den ganzen Plunder und trägt den Mist zum Radhändler seines Vertrauens. Da Jupp aber in den Sommermonaten nicht der einzige Radler ist, muss er längere Zeit auf die Reparatur seines High-Tech-Boliden warten.

„Ey Heinz, hör mal“, jammert Jupp lauthals „das kannst du doch nicht machen!!! Ich will übernächste Woche nach Kanada um mir das Ticket für nach Hawaii sichern. Da brauche ich doch meinen Bock!“
„Versteh ich, Jupp, verstehe ich. Aber du siehst, was hier los ist. Ich guck, was sich mache lässt. Aber ne Woche wirste auf jeden Fall warten müssen.“
Gut, die ganz große Katastrophe abgewendet, aber bei dem geilen Sommerwetter in Deutschland – wann hat man das schon einmal? Seit Einsetzen der globalen Erwärmung wird es hier ja immer kälter – muss unser Hero jetzt auf seiner Winterschlampe fahren…ausgestattet mit dezenten Schutzblechen, Licht und Rückstrahlern. Damit darf er sich um diese Jahreszeit bei den Radtreffs in der Gegend nicht blicken lassen. Das Gelächter dieser Idioten wäre zu groß. Schade eigentlich, er hätte sie so gerne zersägt.

Na ja, dann eben ein anderes Mal. Jupp muss jetzt erst einmal seine gesamt positive Energie kanalisieren. Das ist ihm bei den Hellenen schon klar geworden und daher hat er den einzigen vorhandenen Internetanschluss im Hotel stundenlang belegt – denn DSL ist eben nicht überall verfügbar – und von dort aus alle notwendigen Schritte übernommen, um in Kanada an den Start gehen zu können. Und diesmal müssen sich alle Schattenparker definitiv warm anziehen. Jupp ist in der Form seines Lebens und er wird alle zerschmettern. Die Zeit vergeht dank in der Firma mit den vier großen Buchstaben liegen gebliebenen Bergen an Arbeit wie im Flug und auch sein Händler übertrifft sich selbst. So kann unser Hero seine Teststrecke noch auf seinem besten Pferdchen absolvieren und was soll er sagen – Bestzeit natürlich!!! Was hatte er auch Anderes erwartet? 5.9 km mit drei Prozent Gefälle – man muss schließlich den runden Tritt perfektionieren – in knapp 23 min. Voila!!!

Die Zeit rast und Jupp sitzt ehe er sich versieht in seinem gebuchten Airhorse-Flieger auf dem Weg ins Land der Holzfäller und Grizzly-Bären. So einen könnte er im Vorbeigehen eigentlich auch erledigen, grübelt Jupp kurzfristig, wischt den Gedanken aber Beiseite. Wäre ja unfair, einem solchen zarten Wesen gegenüber. Er beschließt, lieber seine Gegner zu zerschmettern. Aber zuvor gilt es diesen langen, nervigen Flug zu überstehen. Jupp beschließt daher, seinen Sitz temporär aufzugeben und den wallenden Massen des Elefanten neben ihm zu entkommen. Eigentlich nichts für einen Eiermän, aber Walking im Flieger ist schon eine feine Sache. Die genervten Bitten der Flugbegleiterinnen, sich bitte wieder hinzusetzen, ignoriert unser Held auf seine gekonnt charmante Weise:
„Warum Saftschubse??? Ist doch kein Stress am Himmel und somit kann mich niemand bremsen. Oder willste etwa Schuld sein, wenn ich das Ticket für die Insel der Inseln nicht lösen kann? Na also, dachte ich mir doch. Und jetzt aus dem Weg! Du störst meine UWV.“

Die dermaßen derb angeraunzte Stewardess zerknirscht einen derben Fluch zwischen ihren Zähnen und auf ihrem Gesicht steht deutlich zu lesen, was sie von ihrem renitenten Passagier hält. Sie denkt aber auch daran, dass es zu viele Nerven kostet, sich mit jedem Vollpfosten im Flieger anzulegen, also lässt sie ihn gewähren. Soll er sich doch lächerlich machen. Gesagt, getan!
Jupp düst durch die engen Reihen des Jumbos, dass es eine wahre Freude ist. Die übrigen Passagiere fragen sich, ob hier ein zu groß gewachsenes, zudem verzogenes Gör, mit dem Hirn einer Eintagsfliege unterwegs ist. Jupp will gerade zu seinem 33. Rundgang ansetzen, als die Stimme des Piloten aus dem knisternden Bordlautsprecher mitteilt, dass sie ihr Reiseziel in ungefähr dreißig Minuten erreichen und so langsam die Landevorbereitungen getroffen werden können. Im Klartext: alles hinsetzen!!! Mit sichtlichem Genuss verweist die mittlerweile abgestumpfte Stewardess unseren Hero auf seinen Sitzplatz und schnallt ihn sogar persönlich fest.

Jupp versteht natürlich mal wieder alles falsch und fühlt sich ob der ihm zukommenden fürsorglichen und zuvorkommenden Behandlung sehr geschmeichelt. Er zückt seine Brustbeutel und drückt der guten Frau einen fünf Dollarschein in die Hand, mit dem Hinweis, sie soll auf sein Wohl etwas trinken. Jetzt hat er es doch geschafft und die Gute holt aus, um sich für seine Großzügigkeit mit einer weitreichenden Geste, die auf seinem Backen enden soll, zu bedanken. Eine weitere, die Passagiere kontrollierende Kollegin verhindert Schlimmeres, in dem sie die Hand noch abfängt und ihr ein unmerkliches Kopfschütteln schenkt.
Der Rest des Fluges ist Formsache. Jupp eilt zur Gepäckausgabe, nimmt seine ultramoderne Sporttasche in Empfang und wartet auf seinen „NASA-neidisch-machenden-fahrbaren-Untersatz“. Als dieser ebenfalls bei ihm eintrudelt, weiß er endgültig, dass ihn nichts mehr aufhalten kann.

Ein Taxi geschnappt und ab ins Hotel. Dort angekommen, gleich nach dem Einchecken den Boliden zusammengeschraubt und die restliche Ausrüstung gecheckt. Alles dabei, auch das schwarze Ganzkörperkondom. Jupp nickt zufrieden. Er beschließt, in der Bar noch einen kurzen Absacker zu nehmen, um dann das geräumige, bequeme Bett aufzusuchen. Irgendwie muss man den Jetlag ja austricksen, um früh schlafen zu können. Morgen dann die Wechselzone aufsuchen, einchecken und Sonntag dann der große Moment.
Vier Stunden und gefühlten 13 Gläser Whiskey später schwankt Jupp zurück zu seinem Zimmer. Früh ist es jetzt wirklich. So früh, dass Jupp beschließt, die letzte Einheit vor dem großen Rennen in ein Extrem-Relaxing umzuwandeln. Schließlich hat er mal irgendwo gelesen, dass weniger mehr sein sollte. Manchmal zumindest. Das erinnert ihn schmerzhaft daran, dass sich die Einrichtung seines Zimmers weiterhin schnell um ihn dreht. Schnell legt er sich ins Bett und stellt ein Bein auf den Boden, um Halt zu finden. Schon besser.

„Mann, Mann, Mann“, denkt unser Hero dümmlich grinsend, „ was musste diese rattenscharfe Blondine auch so auf ihn abfahren. Zum Glück konnte ich ihr klar machen, dass Bumsen die Beine lahm macht und ich meine ganze Kraft brauche. Andererseits schade.“ Mit diesem dämlichen Grinsen im Gesicht geht unser Jupp dem Schlaf endgültig ins Garn. Ist auch besser so. Immerhin war unserem Eiermän nicht aufgefallen, dass dieses wasserstoffblonde Superweib über zwei unnatürlich kräftige und stark stoppelige Beine verfügt…für eine Frau zumindest…

…to be continued…

 

Jupp der Eirenmän

 

 

 

 

 

 

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