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Star des Monats

Norbert Huber

“Sieg beim Bodensee Tri Challenge”

Erfolgreicher Abschluss in einer Saison mit Höhen und Tiefen

Mit Höhen und Tiefen verlief die 11. leistungsorientierte Saison des 33jährigen Norbert Huber (NewLine Team CIS Amberg). Mit einem 8. Platz bei den Powerman Weltmeister-Schaften in Zofingen und dem Sieg bei der ersten Bodensee TriChallenge innerhalb von zwei Wochen meldete er sich eindrucksvoll in der Spitze zurück. Hier sein Erlebnisbericht:

Nachdem ich im April 2005 mit einem achten Platz beim Strongman Triathlon auf der japanischen Insel Miyakojima in die neue Saison gestartet war, hatte ich erst einmal einen richtigen Durchhänger. Schon die Vorbereitungen für diesen Event waren nicht ohne Probleme verlaufen. Stress und Gefühlschaos ließen mich nicht immer konsequent trainieren. Beim Marathon in der Tropenhitze musste ich dann weit über die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit gehen. Ich hatte mich richtig „abgeschossen“. In der Folgezeit konnte ich fast ein Monat nicht richtig trainieren und hatte große Motivationsprobleme. So ging mein zweites Saisonhighlight, der XL-Triathlon in Gerardmer, richtig in die Hose. Und auch nach diesem Wettkampf gönnte ich mir eine richtige Auszeit.

Doch dann stand der Powerman Zofingen vor der Tür. Ein Wettkampf, bei dem ich bei meinen fünf bisherigen Starts immer ausgezeichnete Resultate entsprechend meinem jeweiligen Leistungsstand erzielen konnte. Und das war Motivation genug. Ab Mitte Juli trainierte ich wieder konsequent für einen erfolgreichen Saisonabschluss.

Es herrschte Zofingen-Wetter. Nein, so schlimm wie dieses Jahr war es bei meinen Starts noch nie. Es regnete bei kühlen 15 Grad von morgens bis abends durchgehend. Am Tag nach dem Wettkampf hätte der Event wegen Überflutungen der Radstrecke gar nicht mehr durchgeführt werden können. Natürlich macht es auch mir keinen Spaß 150 Kilometer bei strömenden Regen Rad zu fahren, aber aus der Vergangenheit weiß ich, dass ich bei diesen Bedingungen wesentlich weniger Probleme bekomme als andere Athleten. Und das, obwohl ich im Regen ein alter „Schisser“ auf dem Rad bin. Ich gehöre sowohl im Triathlon als auch im Duathlon nicht zu denen, die schnell in ein Rennen starten. Im Triathlon schwimme ich zu schlecht und im Duathlon ist mein Problem, dass dieses hohe Anfangstempo auf der ersten Laufstrecke einfach nicht gehen kann. Auch das ist ein Grund warum ich Zofingen als „mein Wohnzimmer“ bezeichne. Der Wettkampf ist mir auf den Leib geschneidert. Die kurze 10 km Laufstrecke zu Beginn, so verliere ich möglichst wenig Zeit. Danach lange, harte 150 Kilometer auf dem Rad, bei denen vor allem die Duathleten, die sonst wesentlich kürzere Wettkämpfe zu bewältigen haben, Probleme bekommen und zum Abschluss 30 sehr harte Laufkilometer, bei denen auch die guten Läufer ihre Stärken nicht mehr voll ausspielen können.

Mit 34:03 Minuten wechselte ich auf dem 41. Platz auf das Rad. Dort zeigte ich eine konstante Leistung. Obwohl es wie aus Eimern schüttete, hatte ich zeitweise richtig Spaß auf dem Rad. Uns es kam, wie ich es gewohnt war. Vor allem ab der dritten Runde konnte ich viele Plätze gutmachen. Zwar ging es nicht wie im Vorjahr bis auf den vierten Platz nach vorne, aber ich wechselte nach 4:11:44 Stunden auf dem Rad als Dreizehnter zum zweiten Mal in die Laufschuhe. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, zwischen dem Dritten und dem 15. Platz lagen zu diesen Zeitpunkt lediglich drei Minuten. Lediglich der „Dominator“ Benny Vanstellant und sein Landsmann Koen Maris waren deutlich voraus. Ich kam gut vorwärts, merkte aber deutlich, dass ich durchaus schon angeschlagen war. Ich versuchte an den steilen Anstiegen nicht zu überzocken, aber auch keinesfalls stehen zu bleiben. An der ersten Wende konnte man gut die Abstände zur Konkurrenz überprüfen und ich sah dass ich dran war. Aufgrund meiner Erfahrungen in Zofingen wusste ich auch, dass man Geduld haben muss. Und diese musste ich auch haben. Es dauerte bis nach der Hälfte der Laufstrecke, als ich zum ersten Mal zu einem Konkurrenten (in diesem Fall zu meinem Freund Sebastian Retzlaff) Kontakt hatte. Ab jetzt nun konnte ich schnell Boden gutmachen. Die Top Ten hatte ich nun fest im Visier. Die Hinweise von Freunden entlang der Strecke über meine derzeitige Platzierung waren vollkommen unterschiedlich, so dass ich mir nie ganz sicher sein konnte, wie ich lag. Doch auf dem letzten Teilstück der Strecke war ich mir sicher, dass mir niemand mehr den Platz unter den ersten Zehn streitig machen konnte und so lies ich es vor allem an den steilen Anstiegen ruhig angehen und erreichte nach 6:51:25 Stunden auf dem 8. Platz das Ziel. Für die Laufstrecke hatte ich 2:02:29 Stunden gebraucht. Das Trödeln auf dem Rückweg hatte mir den siebten Platz gekostet, denn was ich nicht wusste, vor mir brach der lange Zeit auf dem dritten Platz liegende Andre Bour vollkommen ein und lag im Ziel nur noch eine Minute vor mir. Auch wenn ich nicht wie im Vorjahr den fünften Platz erreichen konnte war für mich die dritte Top Ten Platzierung bei sechs Starts in Zofingen ein absolutes Highlight.

Nur zwei Wochen später startete ich zu meinem Saisonabschluss bei der Bodensee TriChallenge, eine Debutveranstaltung über die Ironmandistanz bei der nur Amateure gemeldet waren. Ich hatte diese beiden sehr nah aufeinander liegenden Langstreckenwettkämpfe bewusst geplant. In der Vergangenheit hatte ich schon oft meine Regenerationsfähigkeit unter Beweis gesetzt und falls es doch schief gehen würde und ich mich körperlich abschießen würde, wäre es egal gewesen, da ich kein Highlight in dieser Saison mehr auf dem Programm hatte. Sehr wohl war ich mir aber im Klaren, dass keine 100 Prozent meiner Leistungsfähigkeit abzurufen sein würden. Trotzdem gehörte ich laut den Veranstaltern zu den drei Favoriten.

Absoluter Topfavorit war der schweizer Konrad von Allmen, der beim Gigathlon in dieser Saison Zweiter gewesen war. Wie schon anfangs erwähnt, gehöre ich nicht zu den schnellsten Schwimmern. Obwohl der Bodensee relativ unruhig und wellig war, kam ich gut vorwärts und hatte nach 58:34 Minuten wieder festen Boden unter den Füßen, was meine bisher schnellste Schwimmzeit über die 3,8 Kilometer bedeutete. Zu meiner Überraschung gehörte ich damit der ersten Verfolgergruppe der zwei bis dahin Führenden an. Zu dieser Gruppe gehörte auch von Allmen, den ich eigentlich im Wasser stärker eingeschätzt hatte. Und auf dem Rad versuchte er zu keiner Sekunde mir zu folgen. Nach fünf Kilometern auf dem Rad konnte ich schon die Führung übernehmen, was ich zu dem Zeitpunkt aber nicht realisierte. Mich begleitete zwar ab diesem Zeitpunkt ein Motorrad, aber die Führungsfahrzeuge waren zu diesem Zeitpunkt noch ganz Vorne bei den Staffeln. Zunächst ging es von Rorschach dreißig Kilometer flach durch das Rheintal nach Bregenz. Hier holte ich auch die Staffelradfahrer ein und hatte von nun an einen Tross von Motorrädern vor mir.

Nun begannen auch die Berge. Über 2000 Höhenmeter, statt der 1500 ausgeschriebenen Höhenmeter, zeigten die Tachos der Teilnehmer. An den Anstiegen merkte ich die Belastungen aus Zofingen. Ich hatte das Gefühl zu stehen und dachte ständig daran, dass jetzt die Verfolger wohl gleich kommen müssten. Doch mein bis dahin herausgefahrener Vorsprung von ca. 4 Minuten auf den ersten Verfolger Wolfgang Angst blieb ein paar Sekunden hin und her ständig gleich. Den Vorsprung auf von Allmen konnte ich konstant ausbauen. Mein Radsplit war 5:04:55 Stunden.

Zwölf Minuten waren es beim zweiten Wechsel auf den Schweizer. Diese waren aber auch nötig, denn von Allmen drehte beim abschließenden Marathon richtig auf. Auch Konrad Angst drängte. Durch drei Wendepunkte waren die Abstände aber immer gut zu kontrollieren und auch von Passanten wurde ich immer auf dem Laufenden gehalten. So konnte ich das Rennen gut im Griff und musste nicht mehr als nötig tun, zumal in mir die Kräfte langsam schwanden. Trotzdem konnte ich mit 2:59:14 Stunden einen sehr guten Marathon hinlegen und gewann mit 9:04:06 Stunden mein erstes großes internationales Event. Fast drei Minuten Vorsprung hatte ich im Ziel auf Konrad Angst, der damit ein starkes Debut auf der Langstrecke gab. Von Allmen lief mit 2:51:47 Stunden einen Marathon auf Weltniveau, kam aber nicht mehr über den dritten Platz hinaus.

Die Veranstaltung am Bodensee hat das Zeug dazu eine Kultveranstaltung zu werden. Die Radstrecke führt durch drei Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz). Dazu ist die Strecke höchst anspruchsvoll, führt aber durch eine wunderschöne Landschaft. Entlang der Laufstrecke gibt es durch die vielen Urlaubsgäste viele Zuschauer. Es gab etliche organisatorische Anlaufschwierigkeiten, die man dem engagierten Organisationsteam aber gerne verzeiht. Auf ein Neues im Jahr 2006!

Homepage: www.huber-norbert.de

   

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